Lohnt sich der iSFP noch?

Kurz gesagt: Ja, der iSFP lohnt sich auch 2026 in den meisten Fällen noch – allerdings nicht mehr bei jeder Sanierungsmaßnahme.

Bei größeren Sanierungsvorhaben mit mehr als 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben oder wenn mehrere energetische Maßnahmen über mehrere Jahre geplant sind, bleibt er interessant. Bei kleineren Einzelmaßnahmen sieht es anders aus – hier entfällt der bisherige 5%-Bonus vollständig.

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • was ein iSFP ist
  • wie die neuen Förderrichtlinien aussehen
  • in welchen Fällen sich der iSFP auch künftig lohnen kann

Was ist ein iSFP?

Wenn Sie Ihr Haus sanieren möchten, sind Sie mit vielen Entscheidungen konfrontiert: Welche Maßnahmen haben für mich Priorität? Welche Reihenfolge ist am sinnvollsten? Und was zahlt sich – sowohl energetisch als auch finanziell – am meisten aus? Eine wichtige Orientierung bei diesen Fragen liefert der iSFP.

Er ist das Ergebnis einer umfassenden Energieberatung, die von einem zertifizierten Energieeffizienz-Experten durchgeführt wird. Ausgehend vom aktuellen energetischen Zustand des Gebäudes, liefert der iSFP eine Strategie für die schrittweise Modernisierung. Mögliche Maßnahmen hierzu sind beispielsweise:

  • Dämmung von Fassade, Dach oder Kellerdecke
  • Optimierung der Heizungsanlage
  • Austausch alter Fenster und Türen
  • Einbau einer Lüftungsanlage

Die Sanierungsmaßnahmen werden sowohl in energetischer als auch finanzieller Hinsicht sinnvoll kombiniert. Soll beispielsweise die Heizungsanlage erneuert werden, ist es in der Regel ratsam, das Gebäude zunächst ausreichend zu dämmen. Andernfalls wäre die Heizung ineffizient und würde unter Umständen weiterhin hohe Kosten verursachen. Auch bei der Planung der Arbeiten lassen sich Kosten sparen: Maßnahmen, für die beispielsweise ein Gerüst benötigt wird, können miteinander kombiniert werden – so muss das Gerüst im Idealfall nur einmal aufgestellt werden. Indem der iSFP solche Potenziale offenlegt, lassen sich Einsparungen und Fördermöglichkeiten optimieren.

Ein Beispiel für einen Sanierungsfahrplan finden Sie hier.

Was hat sich geändert?

Bis zum Juli 2026 war der iSFP für Eigentümer besonders attraktiv, weil sich für viele BEG-Einzelmaßnahmen höhere Zuschüsse erzielen ließen – etwa für den Austausch von Türen und Fenstern oder einer Heizungsoptimierung. Die Förderregeln waren einfach gehalten: Für viele förderfähige Maßnahmen aus dem iSFP war zusätzlich zur Grundförderung von 15 % ein Bonus von weiteren 5 % erhältlich. Außerdem erhöhten sich die förderfähigen Ausgaben von 30.000 Euro auf maximal 60.000 Euro für die erste Wohneinheit. Auch wenn für den iSFP Kosten anfallen, ging die Rechnung in den meisten Fällen auf.

Das hat sich mit den neuen Förderbedingungen geändert: Während die Grundförderung von 15 % und die Erhöhung der förderfähigen Ausgaben bestehen bleiben, wird der iSFP-Bonus seit dem 21. Juli 2026 erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro berücksichtigt. Unter dieser Schwelle von 30.000 Euro erhalten Sie also weiterhin die BEG-Förderung von 15 %, nicht jedoch den iSFP-Bonus von 5 %. Ab 30.000 Euro wird der iSFP-Bonus zwar weiterhin gewährt, jedoch nur noch für den Betrag, der über 30.000 Euro liegt.

Hierzu ein Beispiel für eine Einzelmaßnahme mit iSFP:

  • Förderfähige Ausgaben: 45.000 Euro
  • Grundförderung: 15 % von 30.000 Euro = 4.500 Euro
  • Erhöhung der förderfähigen Ausgaben: 15% von 15.000 Euro = 2.250 Euro
  • iSFP-Bonus: 5 % von 15.000 Euro = 750 Euro
  • Gesamtförderung = 7.500 Euro, hiervon 3.000 Euro durch den iSFP

Bei kleineren Einzelmaßnahmen, deren Investitionsvolumen unter 30.000 Euro liegt, profitieren Sie nicht mehr vom zusätzlichen Bonus. Dennoch gibt es einige gute Gründe, die weiterhin für den iSFP sprechen.

Wann sich der iSFP weiterhin lohnt

Der iSFP zahlt sich aus bei umfangreichen Sanierungen

Bei größeren Sanierungsvorhaben bleibt der iSFP auch mit der neuen Regelung interessant. Denn nur mit einem iSFP erhöht sich die maximal förderfähige Investitionssumme von 30.000 auf 60.000 Euro für die erste Wohneinheit. Das kann bei umfangreichen Einzelmaßnahmen einen erheblichen Unterschied machen.

Nehmen wir an, Sie investieren 60.000 Euro in eine förderfähige Einzelmaßnahme. Ohne iSFP werden davon maximal 30.000 Euro für die Förderung berücksichtigt. Bei einer Grundförderung von 15 % erhalten Sie somit 4.500 Euro Förderung.

Mit einem iSFP können dagegen die gesamten 60.000 Euro förderfähig sein. Die Grundförderung von 15 % erhöht sich auf 9.000 Euro. Zusätzlich greift der iSFP-Bonus: Die 5 % werden auf den Teil der Investition angerechnet, der über 30.000 Euro liegt. Bei 60.000 Euro Investitionskosten sind das 30.000 Euro, Sie erhalten also zusätzlich einen Bonus von 1.500 Euro.

Damit steigt die Förderung in diesem Beispiel von 4.500 Euro ohne iSFP auf 10.500 Euro mit iSFP. Der iSFP bringt hier also einen Fördervorteil von 6.000 Euro.

Gerade bei größeren Sanierungen kann sich die Erstellung eines iSFP also weiterhin auszahlen. Auch lohnt sich ein Blick darauf, ob mehrere Maßnahmen sinnvoll zusammengefasst werden können, um die maximale Fördersumme zu erreichen.

Der iSFP bleibt ein wichtiges Planungsinstrument

Mit dem iSFP erhalten Sie eine systematische Planung Ihres Sanierungsvorhabens. Damit können Sie teure und ineffiziente Fehlentscheidungen vermeiden.

Sein besonderer Wert liegt darin, energetische Maßnahmen nicht isoliert zu betrachten, sondern sie in einen langfristigen Fahrplan einzuordnen. Er macht Sanierungsschritte nachvollziehbar, hilft bei der Priorisierung und kann verhindern, dass einzelne Maßnahmen später zu unnötigen Mehrkosten oder technischen Zielkonflikten fühhren. Auch wenn sich die konkreten Förderanreize verändern, bleibt dieser planerische Nutzen bestehen. Der iSFP schafft also eine belastbare Grundlage, um energetische Sanierungen langfristig zu denken und die vorhandenen finanziellen Mittel möglichst zielgerichtet einzusetzen.

Nicht zu vergessen: Die Energieberatung zum iSFP wird nach wie vor bis zu einer Höhe von 50 % der Kosten bezuschusst (maximal 650 Euro).

Fazit

Je größer und umfassender Ihr Sanierungsvorhaben ist, desto interessanter wird der iSFP. Bei kleineren Maßnahmen zahlt es sich nach der Änderung der Förderbedingungen häufig nicht mehr aus, allein wegen des Bonus einen iSFP erstellen zu lassen. Bei einer umfangreichen energetischen Sanierung kann er dagegen weiterhin ein wichtiger Baustein für eine gute Planung und eine optimale Förderung sein.

Sie sind unsicher, ob sich der iSFP für Ihr persönliches Sanierungsvorhaben lohnt? Kontaktieren Sie mich gern für eine erste Einschätzung.